Uralter Birnbaum Misso
In Lessinia gibt es noch etwa 200 dieser Bäume. Im oberen Teil der Gemeinde Marano di Valpolicella steht ein über zweihundert Jahre alter Baum – die Marchesini-Birne –, der aufgrund seines Alters von über 200 Jahren zu den „Pflanzenpatriarchen Italiens“ gezählt wird.
Diese Birnensorte aus Veronese war bereits im 19. Jahrhundert bekannt und wird in zahlreichen agronomischen Texten erwähnt. Der Name „misso“ im Veroneser Dialekt bezeichnet eine überreife, daher dunkle Frucht. Genau so präsentiert sich diese Birnensorte zum idealen Verzehrzeitpunkt Anfang November.
Die mittelgroßen Birnen weisen nach der Ernte eine grüne Grundfarbe mit einem hellroten Überzug auf. Das weiße Fruchtfleisch ist körnig und enthält kleine, harte Körnchen, typisch für alte Birnensorten.
Das Besondere an dieser Birnensorte ist, dass sie vor dem Verzehr einen Reifeprozess durchlaufen muss (ähnlich wie Kakis, Quitten, Jujuben und andere Früchte). Dieser Reifeprozess nach der Ernte verändert die Textur, Farbe und den Geschmack der Frucht und macht sie dadurch bekömmlicher. Die Früchte werden unreif geerntet und mit ausreichend Abstand auf einem Kartontablett oder in einer Holzkiste platziert. Sie müssen an einem trockenen, dunklen Ort gelagert werden, wo sie etwa einen Monat lang verbleiben, bis sie die perfekte Reife erreicht haben.
Nach dem Überreifen nimmt die Schale, wie das Fruchtfleisch, eine dunkelbraune Farbe an, das jedoch fest bleibt und nicht weich wird wie bei den heutigen Birnensorten.
Aus der Misso-Birne lassen sich hervorragende Süßigkeiten, Marmeladen, Säfte, Spirituosen und Apfelwein herstellen.
Die Früchte können von Anfang November bis Februar verzehrt werden, verarbeitet sind sie das ganze Jahr über erhältlich.
Die Abbildungen dienen nur der Veranschaulichung. Das Aussehen der Pflanze kann je nach Jahreszeit, Wachstumsbedingungen und Vegetationszyklus variieren.